Burg Landshut: An dieser Stelle stand einst ein ganz anderes Bauwerk


Die Burg Landshut liegt in einer prächtigen Landschaft. Interessanter als die Ruine sind jedoch die Funde, die 2012 entdeckt wurden. Sie legen nahe, dass sich an diesem Ort vor mehr als 1600 Jahren eine andere Militärstellung befand. Ein Weltreich hatte sie gebaut, um ihre Macht zu schützen.

Von der Mosel aus ist die Burgruine Landshut von weitem zu sehen. Sie sitzt 120 Meter Höhenmeter über der Ortschaft Bernkastel. Die Ruine, in der sich ein Restaurant befindet, ist ein beliebtes Ausflugsziel – inklusive einem kurzen barrierefreien Rundweg. Der Blick auf die Landschaft mit ihren Weinbergen ist beeindruckend. Die Burg selbst lohnt sich für einen Besuch jedoch kaum. Vieles gibt es nicht zu erkunden.

Spannender ist das, was nicht zu sehen ist. Archäologischen Ausgrabungen im Jahr 2012 bewiesen, dass die Ruine zu den ältesten Bauwerken an der Mosel zählt. Die dabei gemachten Funde stammen aus dem späten 4. Jahrhundert und gehörten zu einem römischen Kastell. Der Wehrbau war rechteckig (60 Meter auf 30 Meter) angelegt, geschützt von fast zwei Meter dicken Mauern. Dazu kamen sechs quadratische Türme.

Die Archäologen vermuten, dass das Kastell zu einem Befestigungsgürtel gehörte Dieser wurde entlang der Mosel in gleichmäßigen Abständen angelegt. Die Stellungen sollten den militärischen Nachschub für die Rheingrenze des Römischen Reichs schützen. Bislang sind 19 frühere römische Bollwerke belegt.

Vermutlich trug das Kastell den Namen „Princastellum“. Dies folgern die Wissenschaftler aus einer Schrift aus dem 8. Jahrhundert. Darin nimmt ein unbekannter Schreiber Bezug auf Ortschaften an der Mosel. Eine von ihnen ist „Bernkastel“, also der Namen der heutigen Ortschaft am Fuß der Burgruine.

Den Archäologen zufolge übernahm der Autor allerdings ältere, auf Griechisch verfasste Texte. Sie beschrieben die römische Welt vor dem Jahr 496. In der lateinischen Übersetzung eines solches Abschnitts wird „Bernkastel“ als „Princastellum“ bezeichnet – als das „erste Kastell“ („primum castellum“). Wahrscheinlich schenkte die römische Wehranlage dem heutigen Bernkastel ihren Namen.

Jahrhunderte später – um das Jahr 1000 sowie um 1200 – soll es zwei Burgen an der Stelle des Kastells gegeben haben. Nach deren Zerstörung ließ der Trier Erzbischof Heinrich von Finstingen im 13. Jahrhundert die heutige Burg errichten. Die römischen Fundamente wurden in die Anlage integriert.

Die Bezeichnung „Landshut“ taucht erstmals im Jahr 1505 auf. In dem Bollwerk hatte ein Amtmann – sozusagen der Leiter der Territorialverwaltung – seinen Dienstsitz. Er trieb Steuern ein, sprach Urteile und hielt die Ordnung aufrecht. Im Januar 1692 zerstörte ein Feuer die Burg. Sie wurde nie wiederaufgebaut.


Bewertung

Erlebnis: ★★☆☆☆

Atmosphäre: ★★☆☆☆

Geschichtsfaktor: ★★★★☆

Landschaft: ★★★★★

Abgeschiedenheit: ☆☆☆☆☆

Abenteuer: ☆☆☆☆☆


Besichtigung

Es gibt mehrere Wege zur Burgruine. Hier wird die vermutlich kürzeste Variante vorgestellt.

Strecke: Hin- und Rückweg sowie Besichtigung zusammen knapp ein Kilometer

Dauer: 45 Minuten

Kondition: keine

Schwierigkeit: steiler Weg

Gefahren: keine

Beste Jahreszeit: immer



Wegbeschreibung

Anreise: Auf der Bundesstraße 53 bis Bernkastel-Kues, dann in den Burgbergtunnel. Nach einem Kilometer rechts abbiegen und der Straße bis zum kostenlosen Parkplatz folgen.

Start und Ziel: Parkplatz

Weg: Am Ende des Parkplatzes dem Weg folgen, der unmittelbar einen Rechtsknick macht und steil hinab führt. Nach rund 250 Metern an Weinbergen entlang, gelangt man zum Fuß der Burg. Dort lässt sich die Ruine auf dem recht kurzen und asphaltierten Rundgang anhand von Infotafeln erkunden. Der Bergfried ist begehbar.

Hinweise: In der Ruine befindet sich ein Restaurant.


Weitere Informationen

Stand: 27.7.2020

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