Burgruine Freudenburg: Altes Gemäuer für Gehfaule


Die Namensgeberin der Gemeinde Freudenburg befindet sich auch dort: Die gleichnamige Burg stellt für Freunde alter Festungen ein Schmankerl dar, das quasi am Wegesrand bereits wartet, besichtigt zu werden. Die kleine Anlage im Landkreis Trier-Saarburg vermittelt Besuchern einen Eindruck ihrer 700 Jahre langen Geschichte. Zu sehen gibt es etwa einen prägnanten Burggraben, Kaminreste sowie einen Blick auf die umgebende Landschaft.

Johann von Luxemburg (1296-1346), König von Böhmen, begann etwa 1335 mit dem Bau der Burg „Freudenberg“, die er „Freyding“ nannte und die schließlich „Freudenburg“ genannt werden sollte. Sie war Teil eines strategischen Burgengürtels entlang der Grenze zu Kurtrier, mit dem der luxemburgische Herrschaftsbereich gestärkt werden sollte. Damals war der Onkel von Johann von Luxemburg, Balduin von Luxemburg (12851354) der Kurfürst von Trier.

Freudenburg wird zerstört

Die Burg liegt in Spornlage an der südwestlichen Seite des örtlichen Eiderberges. Zwischen Festung und Wirtschaftshof der Burg (heute befindet sich dort ein Friedhof) wurde ein Graben angelegt, der selbst heutzutage noch einprägsam zu sehen ist.

1589 kaufte die Trierer Abtei St. Maximin sowohl Burg als auch Gemeinde. Nach einem gewaltsamen Konflikt mit dem Trierer Kurfürsten wurde die Freudenburg 1646 zerstört. 1794 kam die Burg in den Besitz der Vereinigten Hospitien in Trier, die sie 1861 der Gemeinde verkaufte.


Bewertung

Erlebnis: ★★☆☆☆

Atmosphäre: ★★★☆☆

Geschichtsfaktor: ★★★☆☆

Landschaft: ★★★☆☆

Abgeschiedenheit: ☆☆☆☆☆

Abenteuer: ☆☆☆☆☆


Besichtigung

Strecke: praktisch keine, unmittelbar in der Nähe von Parkmöglichkeiten

Dauer: Die Ruine ist innerhalb von 25 Minuten sicherlich ausreichend erkundet.

Kondition: keine

Schwierigkeit: keine

Gefahren: keine

Beste Jahreszeit: immer



Wegbeschreibung

Anreise: Freudenburg und die gleichnamige Burg befinden sich rund 30 Kilometer südlich von Trier, in der Nähe der berühmten Saarschleife. Zu erreichen entweder über die B407 oder die B51, anschließend über Landstraßen rund drei Kilometer bis Freudenburg. Die Burg liegt direkt hinter dem Friedhof bzw. der Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“.

Start und Ziel: Wenig ambitionierte Menschen parken das Auto in unmittelbarer Burgnähe, z.B. Kolpingstraße, Schulstraße, Burgstraße oder Balduinstraße. Von dort 300 Meter bis zur Burg.

Weg: Direkt vor der Ruine fällt ein breiter Graben auf, der in den Felssporn gehauen ist. Die Wände weisen Einkerbungen auf, vermutlich war darin Gebälk von Gebäuden eingelassen. An dieser Stelle befand sich auch eine Zugbrücke, die von einem Plateau (heute liegt dort ein Friedhof) über den Graben führte. Die Burgruine ist heutzutage über eine kurze Treppe zu erreichen. Im Inneren warten einige Mauern und Gebäudereste, an denen sich frühere Kamine ausmachen lassen. Am Ende des Felssporns werden die Besucher mit einem schönen Ausblick belohnt.

Hinweise: Wer von der Burg- oder Balduinstraße kommt, ist verleitet, über den Friedhof die Burg erreichen zu wollen. Sie liegt quasi vor einem – und ist doch unerreichbar. Es gibt keinen Zugang (schließlich fehlt die Zugbrücke). Um dies zu vermeiden, zuvor Ausblick halten auf der Burgstraße nach kleinen Abgängen in west-nördliche Richtung, die vom Felssporn herunterführen.


Weitere Informationen

Stand: 15.6.2020