Staatsgeheimnis Bundesbankbunker: Einsatzbereit für den Währungskrieg


Der Bundesbankbunker Cochem war einst ein Staatsgeheimnis. Heutzutage können Besucher die Anlage besichtigen und mehr über diesen wenig bekannten Teil der Geschichte des Kalten Kriegs erfahren.

Ein Krieg lässt sich nicht nur mit Soldaten führen, sondern genauso mit Falschgeld. Das Szenario: Plötzlich taucht in einem Land flächendeckend Falschgeld auf. Die Menschen beginnen, ihrer Währung nicht mehr zu vertrauen. Wer will schon eine Ware oder eine Dienstleistung gegen wertlose Blüten tauschen?! Als Folge kommt anfangs langsam, dann immer schneller die Wirtschaft zum Erliegen – bis das Land schließlich Pleite ist.

Dieses Szenario befürchtete die Bundesrepublik Deutschland im Kalten Krieg. Der Sowjetunion traute man vieles zu. Um sich zu wappnen, wurde im Geheimen eine neue Serie an Geldscheinen gedruckt, die den damals aktuellen Scheinen ähnelten, aber doch anders aussahen. Im Fall eines Falschgeld-Angriffs wollte man die Scheine innerhalb von 14 Tagen austauschen und das Wirtschaftssystem aufrecht erhalten. So wollte man dem Warschauer Pakt ein Schnippchen schlagen.

Tarnung für den Bundesbankbunker

Natürlich durfte der Feind nichts von der geheimen Scheinserie wissen. Also baute die Bundesbank einen 1500qm großen Bunker, in dem das Geld 30 Meter unter der Erde lagerte. Die Anlage wurde 1962 in einem Wohngebiet in Cochem gebaut. Niemand durfte etwas davon erfahren, daher wurde behauptet, dass ein Luftschutzbunker gebaut werde. Zur weiteren Tarnung wurde eine Fortbildungseinrichtung der Bundesbank auf dem Anwesen errichtet. Erst mit dem Ende des Kalten Kriegs erfuhren die Menschen, was sich in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft befand.

Der Bundesbankbunker Cochem kann heutzutage besichtigt werden. Während einer Führung durch die Stollen und Räumlichkeiten (neben dem Tresor gibt es eine Küche, Schlafplätze, Arbeitsräume) erfahren die Besucher mehr über diesen spannenden und wenig bekannten Aspekt des Kalten Kriegs.


Bewertung

Erlebnis: ★★★★☆

Atmosphäre: ★★★★★

Geschichtsfaktor: ★★★★★

Landschaft: ☆☆☆☆☆

Abgeschiedenheit: ☆☆☆☆☆

Abenteuer: ★★☆☆☆


Besichtigung

Strecke: praktisch keine, unmittelbar in der Nähe von Parkmöglichkeiten

Dauer: Die Führung dauert rund 50 Minuten. Hinzu kommt ggf. die Fahrt mit dem Shuttle zum Besichtigungsort und zurück.

Kondition: keine

Schwierigkeit: keine

Gefahren: keine

Beste Jahreszeit: immer



Wegbeschreibung

Anreise: Ausgangspunkt ist die Kreisstadt Cochem.

Start und Ziel: Der Bunker liegt am Ende der Straße „Am Wald“, die durch ein Wohngebiet führt. Die Straße ist eher eng. Parkmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Daher werden die öffentlichen Parkplätze in Cochem empfohlen.

Weg: Der Bunker kann vom Stadtzentrum aus in knapp 20 Minuten zu Fuß erreicht werden. Alternativ kann ein kostenpflichtiger Shuttle-Bus genutzt werden, der am Endertplatz an der Tourist-Info startet und nach der Führung dorthin zurückfährt.

Hinweise: Weitere Details sind auf der Website des Bundesbankbunkers angegeben.


Weitere Informationen

Stand: 22.6.2020