Vom Flugplatz Rangsdorf flog Graf von Stauffenberg zum Hitler-Attentat


Der Flughafen Rangsdorf war im Dritten Reich ein wichtiger Flughafen – erst für die Sportfliegerei, später für die Rüstungsindustrie und die Luftwaffe. Beate Uhse lernte in Rangsdorf fliegen. Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg flog von hier zur Wolfsschanze. Nach dem Krieg übernahm die Rote Armee das geschichtsträchtige Gelände.  

Zehn Kilometer südlich von der Berliner Stadtgrenze liegt der frühere Flughafen Rangsdorf. Der Zugang zum Areal ist verschlossen und nicht erlaubt. Auf einem 108 Hektar großen Areal gedeihen Gräser und Gestrüpp, dazwischen verfallen ein paar Gebäude – Reste eines geschichtsträchtigen Orts.

Die Pläne für den Flughafen Rangsdorf reichen in das Jahr 1935 zurück. Die Nationalsozialisten wollten auf dem unbebauten Gelände einen Land- und Wasserflughafen für die Flugsportveranstaltungen der Olympischen Sommerspiele errichten. Ebenso war eine Flugschule und eine Flugwerft mit Werkssiedlung geplant. 1936 war es soweit: Die ersten Flugzeuge starteten vom „Reichssportflughafen Rangsdorf“. Nach den Olympischen Spielen flog auch der Schauspieler Heinz Rühmann mit seinem Flugzeug von hier. Ebenso lernte die Pilotin und spätere Sexshop-Ikone Beate Uhse in Rangsdorf das Fliegen. Der Flugplatz war im Deutschen Reich ein Zentrum der Sportfliegerei sowie in der Folgezeit auch des verdeckten Wiederaufbaus der Luftwaffe. Dazu trug die Flugzeubaufirma Brücker bei, die in Rangsdorf eine Produktionsstätte hatte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Rangsdorf Luftwaffenverbände stationiert. Auf dem Areal wurden Flugzeugteile entwickelt. Bis zum Jahr 1940 wurde zusätzliche Flugzeug- und Montagehallen gebaut. Im Winter 1939 wurden vorübergehend die Flüge stellvertretend für den Berliner Flughafen Tempelhof abgewickelt. Am 20. Juli 1944 setzte sich Claus Schenk Graf von Stauffenberg in Rangsdorf in einen Flieger, der ihn zum Führerhauptquartier Wolfsschanze brachte. Nach dem Bombenattentat kehrte er am gleichen Tag nach Rangsdorf zurück.

Nach dem Krieg wurde der Flughafen, der von der Roten Armee kampflos eingenommen wurde, von sowjetischen Einheiten der 16. Luftarmee genutzt. In dieser Zeit wurden bestehende Gebäude demontiert, andere neu errichtet, darunter eine Reparaturwerkstatt für Triebwerke. Nach dem Abzug der Roten Armee aus Deutschland 1994 gehörte der Flugplatz dem deutschen Staat und dem Land Brandenburg. Er steht unter Denkmalschutz. Für einige Gebäude wurde eine Nachnutzung gefunden. Die übrigen Bauten verfallen jedoch und sind dem Vandalismus ausgesetzt.

2018 erwarb eine Firma die verbliebenen Hallen und das Flugfeld. Darauf soll ein neuer Ortsteil von Rangsdorf entstehen. Es ist also davon auszugehen, dass der Flughafen Rangsdorf in den folgenden Jahren erneut sein Antlitz verändern wird.


Bewertung

Erlebnis: ★★★★☆

Atmosphäre: ★★☆☆☆

Geschichtsfaktor: ★★★★★

Landschaft: ☆☆☆☆☆

Abgeschiedenheit: ★★☆☆☆

Abenteuer: ★★★☆☆


Besichtigung

Die frühere Flugplatz liegt auf Privatgelände. Der Zutritt ist verboten, das Areal abgesperrt und eingezäunt, teilweise mit Überwachungskameras gesichert. Auch wenn dies offensichtlich kaum jemanden abhält (z.B. gassigehende Hundebesitzer sowie Großeltern mit Enkeln), sei an dieser Stelle deutlichst davon abgeraten.

Strecke: –

Dauer: –

Kondition: –

Schwierigkeit: –

Gefahren: –

Beste Jahreszeit: –



Wegbeschreibung

Anreise: Gemeinde Rangsdorf im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg

Start und Ziel:

Weg: –

Hinweise: –


Weitere Informationen

Stand: 20.7.2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.